Von den vielen Darstellungen der verschiedenen Entwicklungsstadien der Erkenntnis beim Zen ist die bekannteste jene durch die zehn Ochsenbilder.

Im 12. Jh. war es ursprünglich eine Abfolge von fünf bzw. acht Bildern, bei denen der Ochse, der eigentlich ein Wasserbüffel ist, von Bild zu Bild immer weißer wird (ein Stilmittel, zu dem der hier präsentierte Künstler nicht greift!) und das letzte einen leeren Kreis darstellt (Erkenntnis des Eins-Seins als höchstes Ziel des Zen).

Zu einem späteren Zeitpunkt fügte man zwei weitere Bilder hinzu, womit sichtbar gemacht werden sollte, daß der Zen-Praktizierende im Stadium höchster geistiger Entwicklung nicht außerhalb, sondern innerhalb der irdischen Welt der Formen und Vielfalt sowie völlig frei unter seinen Mitmenschen lebt.



Meditation

Die Serie der zehn Ochsenbilder ist später in Japan sehr populär geworden. Sie umfaßt in der Regel folgende Bilder (so auch der hier gezeigte Zyklus des Zeichners Shûbun):

- Die Suche nach dem Ochsen
- Erblicken der Spuren
- Erblicken des Ochsen
- Einfangen des Ochsen
- Zähmen des Ochsen
- Heimritt auf dem Ochsen
- Der Ochse ist vergessen, der Mensch bleibt
- Ochse und Mensch sind vergessen
- Zum Ursprung zurückgekehrt
- Betreten des Marktes mit offenen Händen